Weitere Helfer der DLRG Weingarten in Frühdefibrillation geschult
Vom 15. August 2010 | Kategorie: Ausbildung
Am vergangenen Samstag nahmen acht Einsatzkräfte der DLRG Weingarten im Alter zwischen 15 und 73 Jahren an einer Schulung in Frühdefibrillation teil.
Jedes Jahr sterben in Deutschland über 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Viele Menschen können gerettet werden, wenn sofort mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung (HLW) begonnen wird und möglichst schnell ein Defibrillator zur Stelle ist. Denn in vielen Fällen liegt Kammerflimmern vor, eine Herzrhythmusstörung, bei der das Herz mechanisch gesehen still steht. Hier kann ein elektrischer Stromstoß, verabreicht mit einem Defibrillator, helfen, das Herz wieder in einen geordneten Rhythmus und damit zum Pumpen zu bringen. Da die gesetzliche Hilfsfrist für den Rettungsdienst in Baden-Würtemberg bei 15 Minuten liegt und bei einem Herz-Kreislauf-Stillstand jedoch bereits nach drei bis fünf Minuten Hirnschäden entstehen können, ist es (überlebens-)wichtig, dass Ersthelfer sofort mit der Wiederbelebung beginnen. Bei dem Defibrillator, den die ehrenamtlichen Helfer der DLRG verwenden, handelt es sich um einen sog. automatisierten externen Defibrillator (AED). Diese Geräte analysieren den Herzrhythmus des Patienten und stellen fest, ob ein Elektroschock nötig ist , oder nicht. Nach einer Einführung in die Grundlagen des Reizleitungssystems des Herzens und dessen Störungen ging es schnell an den praktischen Teil des Kurses. Einfaches "Knöpfchen-Drücken" reicht nämlich leider nicht. Mindestens genauso wichtig ist das korrekte Durchführen von Herzdruckmassage und Beatmung. Lehrgangsleiter Dr. Fabian Wagner stellte mit immer anspruchsvolleren Fallbeispielen die Teilnehmer vor immer größere Herausforderungen, die jedoch alle mit Bravour gemeistert wurden. In Teams von zwei bis drei Helfern galt es immer wieder, das Leben der Übungspuppe zu retten. Je nach Vorkenntnissen der Teilnehmer (von Ersthelfer bis Arzt war alles geboten) wurde auch der korrekte Einsatz sämtlicher Hilfsmittel wie Sauerstoff, Beatmungsgeräte etc. wiederholt. Mit jedem gespielten Notfall wurden die Maßnahmen schneller und effektiver und auch die Kommunikation in den Teams immer besser. Im Anschluss an die Praxis erfolgte noch die gesetzlich vorgeschriebene technische Einweisung in das Gerät. Der im letzten Jahr von der Volksbank Weingarten-Walzbachtal gesponsorte AED der DLRG Weingarten kann auch als normaler EKG-Überwachungsmonitor eingesetzt werden. Am Nachmittag galt es dann noch einen kurzen schriftlichen Test zu meistern, was jedoch niemanden vor Probleme stellte. Alle Teilnehmer waren sich einig, dass man nun gut auf eine eventuelle Wiederbelebung bei Rettungswachdienst am Baggersee oder aber auch als Privatperson vorbereitet sei. Den Lehrgangsleiter freute es besonders, dass sechs der Teilnehmer zum ersten Mal an einer solchen Schulung teilgenommen haben und somit den Kreis der in Frühdefibrillation geschulten Helfer der DLRG Weingarten weiter vergrößern.
